09. Oktober 2014

Interkulturelle Woche 2014 in Hoyerswerda

 

Im Rahmen der bundesweiten Interkulturelle Woche 2014 beteiligten sich innerhalb des Landkreises Bautzen wieder zahlreiche Akteure und UnterstützerInnen innerhalb von Hoyerswerda. Mit insgesamt 16 Aktionen bildete unsere Stadt zudem wieder eine feste Größe im Landkreis.

Bei der stetigen Arbeit für Demokratie, Toleranz und Vielfalt richtet Hoyerswerda traditionell einen festeren Blick auf den Bildungssektor und dies vor dem Hintergrund einer früh anzuwendenden Wertevermittlung. Unter dem Motto «Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern» wurde in Hoyerswerda eine Vielfalt an Aktionen geboten, welche sowohl thematisch als auch in Ihrer Ausführung sehr breit gefächert waren. Sie reichten von Vorträgen, Workshops, Diskussionen, interkulturellen Begegnungen, Sport-, Tanz- und Musikveranstaltungen, Festen bis hin zu einem Gottesdienst.

Ein Schwerpunkt lag in der weiteren Stärkung der Willkommenskultur durch den „Tag des Flüchtlings“ am 26. September in der Kernwoche der IKW 2014.

Als besonderen Höhepunkt fand in Hoyerswerda die diesjährige Auftaktveranstaltung am 22.09.2014 im Jugendclubhaus OSSI des Landkreises Bautzen statt. Hierin wurde eine Podiumsdiskussion zum Thema «Asylpolitik» durchgeführt, welche die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Erfahrungen und konkreten Arbeitsweisen vor Ort beleuchtete. Podiumsgäste waren u.a. der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo, der Pressesprecher des Sächsischen Innenministeriums Martin Strunden, Vertreter des Landkreises sowie des Sächsischen Flüchtlingsrates und der ehrenamtlichen Bündnisse aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz.

Zunächst war in Hoyerswerda die Ausstellung "Ein:Ausgeschlossen, Perspektiven geflüchteter Menschen auf die Warteschleife Asyl" zu sehen. Diese zeigte "[...] Menschen in Dresden und Umgebung, die in Asylsuchendenheimen leben müssen. Die Ausstellung gibt den Lebensgeschichten Asylsuchender in dem Moment ihres Stillstandes eine Bühne und lässt sie Gehör finden. Sie lädt ein, die eigene Sicht zu wechseln, geflüchteten Menschen zu begegnen und ihre Perspektive kennenzulernen. Dabei stellt die Ausstellung folgende Frage: Wie gestalten Menschen ihr Leben, die aus ihrem Land fliehen mussten und erwarteten, in Deutschland als Mensch behandelt zu werden, die schließlich jedoch ausgegrenzt und unter oftmals demütigenden Bedingungen leben müssen?"

Speziell am 26. September gab es im Asylbewerberheim ein „Interkulturelles Lichterfest“. Die Initiative Stadtwunder, das Bündnis "Hoyerswerda hilft mit Herz" und der Betreiber des Asylbewerberheimes mit dem Landkreis Bautzen veranstalteten unter dem Motto "Licht und Hoffnung" im Heim und im direkten Umfeld ein Lichter- und Erntedankfest. Die Gemeinschaftsräume waren festlich geschmückt, es wurde gemeinsam gebastelt und ein multikultureller Eintopf gekocht. Viele kleine Überraschungen, ein Vortrag zu internationalen Erntedankbräuchen und ein Lampionumzug rundeten die Veranstaltung ab. 

Auch die Veranstaltungen u.a. des NATZ  e.V. oder der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda sowie des CVJM Hoyerswerda und des Christlichen Gymnasiums Johanneum freuten sich darauf Familien und Kinder, auch aus dem Asylbewerberheim, begrüßen zu können.

Dennoch ist und bleibt die Durchführung der Interkulturellen Woche sowie die Möglichkeit zum Besuch vieler unterschiedlicher Veranstaltungen eine stetige Aufgabe und große Herausforderung für alle Akteure und Beteiligten. Die Vermittlung und Festigung von Werten wie Toleranz, Vielfalt sowie Demokratie sind schwierige Themen und werden langsam die Interessierten- und Besucherzahlen erweitern. Dabei steht die Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit außer Frage.